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Da die Verbreitung von COVID-19 das Niveau einer globalen Pandemie erreicht hatte, war es für die CODE und die digitalen Pioniere unumgänglich, einige Änderungen vorzunehmen. Wir haben uns sehr früh entschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, und freuen uns nun, dass fast alle unsere Lernformate wie üblich stattfinden – aber online. Es liegt in unserer Verantwortung zur Eindämmung des Corona-Virus beizutragen.

Die neue Situation stellt eine große Herausforderung und aber auch Chance für die CODE-Community, die Studierenden, die Lehrenden und die Mitarbeiter dar. Wir arbeiten wir jeden Tag an einer Reihe neuer Unterstützungsmaßnahmen für jeden Einzelnen und CODE als Ganzes, um sicherzustellen, dass wir trotz der Entfernung eine Gemeinschaft aufrechterhalten.

Also, wie machen wir das?

Plötzlich herrscht eine unangenehme Stille. Mit nur einem Klick können die Studierenden den Anruf ohne Erklärung verlassen. Am Campus denken die Studierenden zweimal nach, bevor sie ohne Erklärung einen Raum verlassen.

Wie viele andere in dieser Situation hatten wir keine Zeit zum Planen. Als digitale Pioniere besitzen wir aber einen gewissen Vorteil, den viele andere Universitäten und Unternehmen nicht haben. Anfang März, als die ganze Situation unvermeidlich zu sein schien, begannen wir, über die Umstellung auf remote nachzudenken. Da wir wussten, dass unsere ProfessorInnen in den kommenden Wochen unsere volle Unterstützung benötigen werden, baten wir sie, die Ausrüstung aufzuschreiben, die sie benötigen, um die bestmögliche Lernerfahrung in einem online Lehrbetrieb zu ermöglichen. Es scheint, als ginge es nur um das Mikrofon! Aber natürlich auch um die verschiedenen Software-Angebote für Online Konferenzen.

Der Online-Unterricht stellt definitiv eine Herausforderung dar, gerade da durch den Bildschirm viele Interaktionen anders ausfallen. Unser Software-Engineering-Professor Peter Ruppel hat seine Erfahrungen bereits in einem anderen Blogartikel zusammengefasst. Selbst mit perfekter Ausrüstung und Software (und wir wissen, dass es in dem Fal keine perfekte Ausrüstung für jeden gibt), bestehen immer noch Hindernisse. Öfter als in physischen Seminarräumen herrscht plötzlich peinliche Stille. Mit nur einem Klick können die Studierenden einen Anruf ohne Erklärung verlassen. Vor Ort denken die Studierenden zweimal nach, bevor sie ohne Erklärung gehen. Unsere wichtigste Aufgabe besteht nun darin, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Studierenden sich beteiligen und an Diskussionen teilnehmen können.

Die Studierenden sind sich einig, dass die Workshops und Learning Units vorerst sehr gut funktionieren und sind meist positiv überrascht, wie reibungslos alles in den ersten Tagen abgelaufen ist. Die Professoren und Dozenten geben ihr Bestes, um die Interaktionen und das Engagement aufrechtzuerhalten. Der Software Engineering Student Maurice sagt, dass die Lerneinheiten „großartig und gut vorbereitet“ waren, und was für ihn besonders wertvoll ist, ist die enge Betreuung, die auch während der Online-Phase aufrecht erhalten wird.

Selma, ebenfalls Software Engineering Studentin, teilte ihre Gedanken zur Teamarbeit: „Wir werden verschiedene Tools ausprobieren: „Google Meet“, „Tandem“, in Kombination mit „Notion“ für die Dokumentation; und jede Woche evaluieren, ob das jetzige Setup für uns funktioniert. Auch wenn wir schon früher Remote-Meetings durchgeführt haben, wird es noch eine Weile dauern, bis wir uns an die neue vollständige Remote-Situation gewöhnt haben.

Wir helfen unseren Studierenden mit ein paar cleveren Tipps, wie z.B. tagsüber der Couch fernzubleiben, aber auch mit nützlichen Tipps zu den Tools, die sie benutzen, um eine Routine aufzubauen, mit den Teammitgliedern in Kontakt zu bleiben und ihnen zu helfen, mit der physischen Distanz zurechtzukommen.

Julia, eine Product Management Studentin, ist Teamcoach und sie befürchtete, dass es schwierig sein würde, mit dem Teamcoaching aus der Ferne fortzufahren, aber es stellte sich heraus, dass es genau das Gegenteil war. „Bisher scheinen unsere Gespräche effizienter zu sein, als wenn wir uns persönlich treffen. Diese Anrufe verstärkten auch den Wert eines Moderators oder einer Person, die die Sitzung leitet. Wir experimentieren jedoch noch immer damit, wie viele (und wie lange) Sitzungen wir benötigen, um uns abzustimmen und gemeinsam voranzukommen“, erklärt sie.

Unser Kanzler Tom hat eine virtuelle CODE Cap für Videoanrufe entwickelt.

Wir haben viele nützliche Ressourcen mit praktischen Leitfäden für die Umstellung auf remote verfolgt. Regel Nummer eins: sei transparent gegenüber der Community und gib regelmäßig Updates. In den Medien werden die Nachrichten von Paranoia, erschreckenden Zahlen und Negativität beherrscht. „CODE hat sich von der Negativität abgegrenzt“, sagt Graham, ein Interaction Design Student. „Entschlossenes und wissenschaftlich fundiertes Handeln, die Einrichtung eines Unterstützungsnetzwerks für alle, das Festlegen von Richtlinien für die nächsten Wochen und Transparenz in allen Bereichen. Die Art und Weise, wie die Fakultät, die Mitarbeiter und eine Handvoll Studierender Maßnahmen ergriffen haben, um unseren Campus online zu bringen, ist inspirierend. Das Bestreben unsere Kultur zu bewahren, da sie ein wichtiger Aspekt unserer Lernerfahrung ist, hat mich daran erinnert, warum ich an der CODE studiere“, schrieb er in einer Slack-Nachricht.

Wir helfen unseren Studierenden mit ein paar cleveren Tipps, wie z.B. tagsüber der Couch fernzubleiben, aber auch mit super nützlichen Tipps zu den Tools, die sie benutzen, um eine Routine zu entwickeln, mit den Teammitgliedern in Kontakt zu bleiben und ihnen zu helfen, mit der physischen Distanz zurechtzukommen.

Unser Präsident Manuel mit einem virtuellen CODE-Campus-Hintergrund während eines Videoanrufs

Wir sind fest davon überzeugt, dass nichts die CODE-Community trennen kann, auch nicht, wenn sie gerade räumlich getrennt ist. Wir tun unser Bestes, um in Verbindung zu bleiben und den Geist der CODE aufrechtzuerhalten. Jeden Morgen beginnen wir den Tag mit dem Austausch von hilfreichen Ideen und Tipps für das Arbeiten, Lernen und Leben in der Ferne. Montags um 17 Uhr haben wir einen CODE Spirit Day, an dem wir gemeinsam etwas Lustiges tun.

In der Zwischenzeit bieten Studierende und Mitarbeitende der Gemeinschaft verschiedene Aktivitäten an: Yogastunden am Mittwoch, tägliche Kaffee- und Mittagspausen, Deep-Dive-Sessions, in denen sich die Studierenden auf ihre Ziele konzentrieren und sich gegenseitig unterstützen können, wöchentliche Schachturniere und vieles mehr. Da wir alle unser Campus-Klavier vermissen, haben einige Studenten und Professoren das Projekt „Italian Balconies“ initiiert, um den Mitgliedern der Community zu ermöglichen, gemeinsam Musik zu machen.

Wir werden das zusammen durchstehen – #CODEremote #staypositive #stayconnected #staymotivated #stayhealthy

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Dies ist eine Übersetzung des ursprünglichen Artikels

Autor: Peter Ruppel, Professor an der CODE

Vor einer Woche habe ich auf 100%ige Online-Lehre umgestellt. Dies umfasst meine vier Kurse, Coachings der studentischen Projekte und persönliche Betreuung – wie alle Lehrenden an der CODE University of Applied Sciences. Bis jetzt funktioniert unser Remote-Setup ziemlich gut, und das Feedback, das wir von unseren Studierenden erhalten, ist sehr ermutigend.

Was haben wir gemacht?

Am 11. März 2020 – mitten in unserem laufenden Semester – beschloss die CODE vorsorglich alle Aktivitäten auf dem Campus ab dem 16. März 2020 einzustellen, um ihren Beitrag zu leisten Neuinfektionen zu vermeiden #FlattenTheCurve. Bis zu diesem Zeitpunkt und bis heute (23. März) hat es an der CODE keinen bestätigten Covid-19-Fall gegeben.

Ebenfalls am 11. März wurden verschiedene Sofortmaßnahmen ergriffen, um unser personen- und projektbezogenes Lernformat in eine online Lernumgebung zu verwandeln.

Um es kurz zu machen: Dies ist meine persönliche Liste der meiner Meinung nach bisher wichtigsten Erfolgsfaktoren:

Kommunikation:

  • Sehr zeitnahe und klare Ankündigungen der Geschäftsführung. Kommuniziere immer, was passieren wird, wo Informationen zu finden sind, haltet alles schriftlich fest und erkläre immer, wann das nächste Update zu einem Thema verfügbar sein wird. Zum Glück ist unsere gesamte Universität auf Slack, was bei der direkten Kommunikation sehr hilfreich ist.
  • Sammelt Feedback, Feedback, Feedback: was für dich funktioniert, funktioniert vielleicht nicht für andere.
  • Ein Mentoring-Netzwerk hilft. An der CODE hat jeder Studierende einen persönlichen Mentor. Das erlaubt uns, sehr schnell Feedback zu bekommen und jeden Studierenden persönlich zu erreichen.

Tools:

  • Die Audioqualität ist wichtig. Besorge ein wirklich gutes Mikrofon. Dies ist das Top-Thema Nummer eins für Ferngespräche und Videokonferenzen. Ich benutze derzeit ein „t.bone SC 420 USB“, ein Großmembran-Studiomikrofon (die Tonqualität ist ähnlich wie bei einem professionell produzierten Podcast). Das Mikrofon verfügt über eine eingebaute Audio-Schnittstelle, d.h. es wird per USB-Plug-and-Play an meinen Laptop-Computer angeschlossen und arbeitet nahtlos mit allen Konferenz-Software wie Google Meet, Zoom, Jitsi, Skype usw. zusammen.
  • Lerne, wie man richtig in ein Großmembran-Mikrofon spricht. Der Unterschied zu normalen Telefon-Headsets ist deutlich spürbar. Du musst darauf achten, dass du direkt in die Richtung des Mikrofons sprichst und eine konstante Nähe (etwa 20 cm) einhälst. Auch die Audio-Einstellungen im Betriebssystem deines Computers spielen eine große Rolle. Auf meinem MacBook Pro beispielsweise liegt die optimale Einstellung der Eingangslautstärke für den t.bone SC 420 USB bei etwa 25%. Außerdem hilft ein Studioarm für deon Mikrofon sehr bei der komfortablen Positionierung des Mikrofons. Ich persönlich bin mit dem „RODE PSA1“-Arm sehr zufrieden.
  • Besorge dir ein paar wirklich gute Kopfhörer. Dies ist aus zwei Gründen sehr wichtig: 1) ohne Kopfhörer, d.h. wenn du nur externe Lautsprecher verwendest, nimmt dein Mikrofon Teile dieses Tons auf und andere Teilnehmer hören ein Echo in Ihrer Stimme. 2) Du möchtest sie bequem für ein paar Stunden am Tag tragen können. Ich benutze derzeit die Kopfhörer „AKG K240 MK II“: Die Klangqualität ist hervorragend, die Kopfhörer sind sehr leicht und sie fühlen sich genau richtig an.
  • Besorge dir eine gute externe Webcam. Die eingebauten Laptop-Kameras sind meistens ok, aber der niedrige Winkel des Kamerabildes sieht ungünstig aus und auch der Weißabgleich ist oft schlecht. Ich benutze derzeit eine externe Webkamera „Logitec C920“ mit 1080p und einem Stativ-Clip.
  • Vergewissere dich, dass die Ton- und Lichtverhältnisse in deiner Arbeitsumgebung gut sind. Denke an zusätzliche Beleuchtung auf und hinter deinem Schreibtisch. Wenn dein Raum relativ laut ist, solltest du den Kauf eines Schallschutz für dein Mikrofon in Erwägung ziehen, um den Einfluss des Raumes bei Mikrofonaufnahmen zu reduzieren.
  • Nutze die besten Online-Tools für deine Arbeit. An der CODE nutzen wir alle die G Suite von Google zusammen mit Slack, Discord, Confluence, Zoom, Miro, Notion, Figma und mehreren anderen großartigen Tools. Für kleinere Klassen ist Google Meet großartig (weil es sich auch sehr gut in andere Dienste wie Calendar, Classroom oder Mail integrieren lässt). Zoom hat auch einige wirklich großartige Funktionen wie Breakout-Sitzungen, umfangreiche Audioeinstellungen, einen viel besseren Chat als Google Meet und eine Funktion, mit der die Studierenden ihre Reaktionen durchgeben können. An der CODE experimentieren wir derzeit intensiv mit fast allen Tools, um herauszufinden, was in welcher Lernumgebung am besten funktioniert. So habe ich beispielsweise Google Jamboard auf meinem iPad bereits in mehreren meiner Klassen als interaktives Whiteboard verwendet, was sich als sehr nützlich herausgestellt hat.
  • Lerne die Tastenkombinationen für alle Remote-Tools kennen. Wie Sie sich schnell stumm-/stumm schalten, wie Sie zum Chat-Fenster wechseln, wie Sie das Fenster-Layout Ihrer Anwendungen beim Screensharing neu anordnen, wie Sie die Audio-/Video-Einstellungen öffnen – im Grunde genommen wollen Sie all das schnell tun, ohne Ihr Trackpad/Maus zu benutzen.
  • Teste dein Setup: Plane mindestens eine Stunde mit einem Kollegen/einer Kollegin ein und teste deine gesamten Einstellungen gründlich. Wie ist deine Audioqualität? Wie verwendest du deinen zweiten Bildschirm während einer Screen-Sharing-Sitzung? Lädt der Kalender dazu ein und funktioniert der Link für alle? Sind alle deine Tools auch für exotische Linux-Distributionen verfügbar?

Pädagogik:

Einer der großen Vorteile des Online-Unterrichts: Man kann immer alle Namen direkt neben den Gesichtern in der Videokonferenz sehen :-) Das hilft sehr, eine Diskussion in Gang zu bringen!

Konzentriere dich während des Online-Unterrichts noch mehr auf die Besprechung offener Fragen. Halte die Input-Sessions kürzer als normalerweise. Lasse auch gemeinsame Online-Dokumente oder Whiteboards ständig offen, um die Interaktionsschwelle so niedrig wie möglich zu halten.
Die individuelle Betreunung der Studierenden ist während des online Lernens noch wichtiger. Ich habe meine (jetzt remote) Sprechstundenzeiten deutlich erhöht, die alle Studierenden einfach über meinen Kalender buchen können.

Offene Sprechstunden. Mehrmals pro Woche habe ich meinen persönlichen Videokonferenzraum für ein oder zwei Stunden geöffnet, und die Studierenden können einfach vorbeikommen, um schnelle Fragen zu stellen, ohne vorher einen Termin zu vereinbaren.

Plane während der Online-Kurse mehr Pausen ein, als du normalerweise bei einem persönlichen Treffen einplanen würdest.
Der Online-Unterricht erfordert sogar noch mehr Vorbereitung als bei Kursen auf unserem Campus. Für jede Sitzung muss das gesamte Material im Voraus verteilt werden. Stelle sicher, dass alle Links zu den Werkzeugen, die während des Kurses verwendet werden, im Voraus verteilt werden.

Moral:

Plane in deinen Tagesablauf aktiv Zeiten ein, in denen du sozialen Kontakte pflegst. An der CODE kann das gesamte Team beispielsweise jeden Tag um 8.30 Uhr an einem Videogespräch teilnehmen, bei dem wir meist gemeinsam einen Kaffee trinken und auch einige offene Fragen besprechen. Lasse andere wissen, wie es dir geht, und hören zu, um zu erfahren, womit sich andere im Moment schwer tun.

Ungeachtet der drastischen Auswirkungen der aktuellen Pandemie (die ich hier absolut nicht herunterspielen möchte!), machen wir auch den größten Test für Online-Unterricht und Online-Lernen aller Zeiten durch. Wir sollten diese Gelegenheit ergreifen und das Beste daraus machen!

Peter Ruppel - remote professor

Bleibt gesund und lernt weiter!

Und an alle CODE-Studierenden und das gesamte Team: Ihr seid unglaublich!

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Lotta Melcher ist eine #thirdparty Software Engineering Studentin an der CODE. Wir sprachen mit ihr über ihre Motivation, Herausforderungen, ihre Zeit an der CODE und ihre Vorbilder.

Wir befinden uns im Jahr 2020, und Frauen in der Tech-Industrie sind immer noch mit Diskriminierung konfrontiert. Trotz der Verbesserungen gibt es noch viel zu tun, bis Gleichberechtiung in allen Teilen der Industrie angekommen ist. Junge Mädchen auf der ganzen Welt begeistern sich immer mehr für Wissenschaft, Technik und Mathematik, doch es gibt immer noch Hürden, die Frauen daran hindern, ihren Platz im Technologiesektor zu finden.

Letztes Jahr veröffentlichte die New York Times einen ausführlichen Artikel über die Teenagerin Mary Allen Wilkes. Damals in den 50er Jahren empfahl ihr Erdkundelehrer, dass sie als Erwachsene Programmiererin werden sollte. Als Antwort darauf marschierte Mary einige Jahre später und ohne Vorkenntnisse zum M.I.T. und fragte im Arbeitsamt der Universität nach dem Beruf des Computerprogrammierers. Sie hatten eine freie Position und stellten Mary auf der Stelle ein. Damals existierte die Disziplin noch nicht so, wie wir sie heute kennen, und fast niemand hatte Erfahrung im programmieren.

Junge Mädchen auf der ganzen Welt begeistern sich immer mehr für Naturwissenschaften, Technik und Mathematik, doch es gibt immer noch Hürden, die Frauen daran hindern, ihren Platz im Tech-Bereich einzunehmen.

Die Geschichte von Mary Wilkes ist eine von vielen ähnlichen Geschichten über die vergessenen Programmiererinnen, die unsere heutige Zeit geprägt haben. Wir sind eine private Hochschule für digitale Produktentwicklung und bemühen uns jedes Jahr, mehr Bewerbungen von Frauen zu erhalten. Gleichzeitig reflektieren wir ständig, was wir besser machen können und wie wir Frauen besser unterstützen können.

Lotta mit ihren Kommilitonen

Lotta Melcher ist Software Engineering Studentin an der CODE. Wie viele Programmiererinnen begann Lottas Interesse mit Videospielen. Die Welt der Videospiele brachte sie mit anderen – meist männlichen – Gleichaltrigen in Kontakt. „Durch das Spielen von Videospielen kam ich mit Leuten in Kontakt, die im Bereich Software-Engineering studierten oder arbeiteten, und das hat mein Interesse noch verstärkt.”

Aber Lottas Interesse an der Naturwissenschaft und Technik hat nicht erst dort begonnen. Sie sagt, dass sie „immer an Softwareentwicklung interessiert war“, aber auch, dass ihre Schulausbildung ihr Interesse nicht genügend gefördert hat. Trotzdem entschied sie sich in den kommenden Jahren für viele naturwissenschaftlich orientierte Schulfächer, aber ihre Erfahrungen stimmen mit denen vieler weiblicher Kollegen überein: In den Klassenzimmern waren es überwiegend Jungen, keine Mädchen.

Lotta macht sich an diesem Punkt über sich selbst lustig. „Ich war ein stereotypischer Nerd: einsamer Gamer und die Leute um mich herum dachten, ich sei unsozial, weil ich viele Videospiele spielte“. Aber Lotta hatte etwas, das sich als entscheidend erwies: die Unterstützung ihrer Eltern. Auch wenn das traditionelle Schulsystem ihr Interesse an der Informatik nicht förderte, so taten es Lottas Eltern. Sie unterstützten sie wo sie konnten, bis jetzt, so scheint es, hat das Studium der Softwareentwicklung genau das bewirkt.

Wir möchten, dass sie auch offen über ihre Zeit an der CODE spricht. Obwohl sie sich für Videospiele interessierte, machte sie hier ihre ersten ernsthaften Erfahrungen mit dem Programmieren. „Tolle Erfahrung. Als ich die Unterstützung meiner männlichen Teamkollegen brauchte, waren diese ermutigend und hilfsbereit, aber nicht in einer herablassenden Art, sondern auf Augenhöhe“. Sie hofft, bald in den Arbeitsmarkt einzutreten und in einem diversen Team zu arbeiten. „Die Tech-Community verändert sich hoffentlich, die Menschen werden sensibler, und manchmal entstehen Vorurteile aus Unwissenheit. Aber die Zusammenarbeit in einem vielseitigen Team ist wichtig – das Ergebnis ist besser und macht mehr Spaß.”

Die Tech-Community verändert sich hoffentlich, die Menschen werden sensibler, und manchmal entstehen Vorurteile aus Unwissenheit. Aber die Zusammenarbeit in einem vielseitigen Team ist wichtig – das Ergebnis ist besser und macht mehr Spaß.

In den letzten Jahren haben wir gesehen, wie viele Organisationen und Bewegungen wie Girls who Code ins Leben gerufen wurden, „mit der Mission, die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Tech-Welt zu schließen und das Bild davon, wie eine Programmiererin aussieht und arbeitet, zu verändern“. Lotta bedauert nun, dass sie nicht früher mit dem Programmieren begonnen hat, was uns zum Thema Vorbilder bringt.

Als sie aufwuchs, hatte Lotta nicht viele, und später im Leben musste sie sie selbst entdecken. Und während Vorbilder im Fernsehen, in den Medien und in der Popkultur notwendig sind, sehen wir oft stereotype Hackerinnen, die „magisch hacken“ können, die Kompetenzen der Informatik unterschätzen und die Feinheiten der Arbeit verbergen. Es ist ihr wichtig, als Frau sichtbar zu sein: „Echte Vorbilder sind wichtig, und vielleicht kann ich eins sein“, schließt sie.

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Der große Bedarf an Fachkräften im Bereich Softwareentwicklung hat zunächst in den USA und dann weltweit dazu geführt, dass in den letzten Jahren mehr als 300 sogenannte Coding Bootcamps entstanden sind. Das Versprechen dieser Camps klingt verlockend, doch was steckt dahinter? Ersetzen Coding Bootcamps bald ganze Studiengänge?

„Wir bringen Dir in 12 Wochen das Programmieren bei und helfen Dir bei Deinem erfolgreichen Berufseinstieg als Programmierer.“ – mit diesem attraktiven Versprechen werben die meisten Coding Bootcamps. Viele Anbieter gehen sogar so weit, dass sie sich über prozentuale Anteile an den ersten Gehältern nach dem Camp finanzieren oder eine Geld-Zurück-Garantie geben, falls man kurze Zeit nach dem Camp noch keinen Arbeitsplatz als Programmierer gefunden hat. Der Preis vieler Angebote ist mit bis zu 20.000 US-Dollar dementsprechend hoch.

Mit Stackademy oder Hackership finden sich auch auf dem deutschen Markt Angebote dieser Art. Das deutsche Startup CareerFoundry hingegen verfolgt einen E-Learning-Ansatz, bei dem sechsmonatige Online-Kurse in den Bereichen Webdevelopment, UX Design und UI Design angeboten werden und es sogar eine Geld-zurück-Garantie gibt, falls man innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss eines Kurses noch nicht seinen Traumjob gefunden hat.

Aber sind diese Versprechen auch realistisch, oder wird hier nur mit der Hoffnung der Menschen auf einen schnellen Ein- und Aufstieg viel Geld verdient, ohne dass sie langfristig davon profitieren? Oder anders gefragt: Kann ein 12-Wochen-Programm einem Kandidaten neben aktuellem Fachwissen mit begrenzter Halbwertszeit auch die Kompetenzen und Fähigkeiten vermitteln, die ihm helfen, 10 Jahre später noch in seinem Beruf auf der Höhe der Zeit zu sein und mit der dynamischen technologischen Entwicklung mitzuhalten?

Über 16.000 Teilnehmer haben letztes Jahr ein Bootcamp absolviert Quelle: Bootcamp Market Size Study 2015 von Course Report

Schaut man auf die Teilnehmerzahlen, scheinen viele diese Frage mit Ja zu beantworten. Waren es 2014 in den USA noch 6.740 Absolventen, schätzt Course Report die Zahl der Absolventen für das Jahr 2015 schon auf über 16.000. Der Umsatz der Anbieter ist entsprechend von 52 Mio. auf 172 Mio. US-Dollar gestiegen.

Gleichzeitig beleuchtet eine Absolventenstudie von Course Report (eventuell nicht ganz uneigennützig) den Erfolg der Programme. 665 Absolventen von 44 verschiedenen Coding Schools machten Angaben zu ihrem beruflichen Werdegang nach Abschluss des Bootcamps. Vier Monate nach Abschluss des Programms hatten 89 Prozent der Absolventen einen Job, ihr Gehalt verbesserte sich um durchschnittlich 18.000 US-Dollar. Damit hätten sie die durchschnittlich 11.852 US-Dollar für das Bootcamp schon wieder eingespielt.

Bootcamp-Graduates

Der Blick auf diese Zahlen wirft einige interessante Fragen auf, auch wenn man vielleicht nicht gleich so weit gehen muss wie jene, die im Erfolg der Boot Camps die Zukunft des Bildungswesens und den Untergang der Computer-Science-Studiengänge sehen. Roshan Choxi stellt in seinem (als Co-Founder eines Boot Camps vielleicht nicht ganz unvoreingenommen) Beitrag „Coding bootcamps are replacing computer science degrees“ diese Frage und verweist etwa auf den Kommentar von Daniel Gelernter, CEO des Tech-Startups Dittach:

The thing I don’t look for in a developer is a degree in computer science. University computer science departments are in miserable shape: 10 years behind in a field that changes every 10 minutes. Computer science departments prepare their students for academic or research careers and spurn jobs that actually pay money. They teach students how to design an operating system, but not how to work with a real, live development team.

There isn’t a single course in iPhone or Android development in the computer science departments of Yale or Princeton. Harvard has one, but you can’t make a good developer in one term. So if a college graduate has the coding skills that tech startups need, he most likely learned them on his own, in between problem sets. As one of my developers told me: ‘The people who were good at the school part of computer science—just weren’t good developers.’ My experience in hiring shows exactly that.

[…] But my lead developer didn’t graduate from college, and neither did my other full-stack developer. I do have one developer with a degree in electrical engineering: did he learn any of his development skills in college, I ask? No.

Sind Coding Bootcamps also die bessere Alternative zu Hochschulen? Müssen die bestehenden Hochschulen diese Entwicklung fürchten? Auch hierzu liefert die Absolventenstudie spannende Einblicke. Der durchschnittliche Teilnehmer ist 31 Jahre alt und hat bereits 7,5 Jahre Berufserfahrung sowie in fast 80 Prozent der Fälle mindestens einen Bachelor-Abschluss. Weniger als drei Prozent der Befragten hatten überhaupt keine College-Erfahrung.

Fast 80% der Bootcamp-Teilnehmer haben mindestens einen Bachelor-Abschluss Quelle: Alumni Outcomes & Demographics Study 2015 von Course Report

Also führt der typische Weg in ein Coding Bootcamp über ein (fachfremdes) Hochschulstudium. In diesem Sinne bieten Bootcamps keine vollwertige „Aus“bildung, sondern eine zielgerichtete „Weiter“bildung. Liegt das Geheimnis des Erfolgs vielleicht genau in dieser Kombination aus einer akademischen Bildung und einigen Jahren Berufserfahrung mit einer konzentrierten praxisorientierten Coding-Ausbildung?

Ein wenig erinnert das Profil der Bootcamp-Absolventen, die zuvor einen akademischen Abschluss in einem anderen Fach gemacht haben, an das Konzept der T-Shaped Professionals, für die sich unter anderem Tim Brown, CEO von IDEO, stark macht.

Die Kritik an typischen Informatik-Absolventen richtet sich passenderweise auch fast immer auf ihre mangelnde Anschlussfähigkeit gegenüber Nicht-Techies bzw. ihre fehlenden praktischen, kommunikativen und sozialen Skills. Im Gegensatz dazu bringen die hier beschriebenen Bootcamp-Absolventen bereits die mit einem Bachelor-Abschluss verbundene kommunikative und soziale Lernerfahrung sowie eine Expertise aus einem anderen Studienfach mit, die sie auch für Nicht-Techies anschlussfähig machen.

Erste Hochschulen haben in Folge bereits damit begonnen, Boot Camps nicht als Bedrohung sondern als Chance zu begreifen und sie in ihre bestehenden Studiengänge zu integrieren. Das ist auf der einen Seite ein Zeichen für Aufgeschlossenheit, auf der anderen Seite aber auch ein Hinweis darauf, dass diese Hochschulen, obwohl sie das Problem erkannt haben, nicht in der Lage oder willens sind, ihre eigenen Studienprogramme entsprechend zu verändern.

Die durchschnittlichen Kosten für ein Bootcamp liegen bei 11.000 Dollar Quelle: Bootcamp Market Size Study 2015 von Course Report

Nun kann die Empfehlung an einen jungen Menschen schlecht die sein, sich irgendein Studium zu suchen und anschließend an einem Coding Bootcamp teilzunehmen. Stattdessen muss die Frage doch lauten, wie ein Bildungsprogramm aussehen müsste, das die Vorteile eines akademischen Studiums mit dem verbindet, was Boot Camps in den Augen der Teilnehmern und der Arbeitgeber so attraktiv macht?

Vorstellbar wäre ein projektbasiertes Studium, in dem die Studierenden – statt über mehrere Semester in Grundlagenveranstaltungen zu sitzen – von Beginn an an praxisrelevanten Projekten arbeiten, während die Dozenten der Hochschule die Studierenden bei ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung anleiten und ihnen zu den passenden Zeitpunkten helfen, sich die theoretischen und methodischen Grundlagen zu erarbeiten, deren praktische Relevanz sich aus der Projekterfahrung herleitet.

In einem solchen Studium wäre die intensive Projektarbeit eingebettet in einen größeren Lernzusammenhang, der ausreichend Raum und Anleitung für die Entwicklung von theoretischen, sozialen und kommunikativen Fähigkeiten bietet. Und alle Absolventen hätten über ihre Projekte schon eine Vielzahl an Kontakten zu potentiellen Arbeitgebern oder auch Mitgründern.

„Welcome to the future of computer science education“ gefunden auf der Homepage der Make School

Einen solchen Ansatz verfolgen Startups wie die Make School und die Holberton School, beide ansässig in San Francisco. Sie bieten ein zweijähriges, stark projektbasiertes und studiumsähnliches Modell an, das sie als Alternative zum College positionieren. Ein in unseren Augen sehr erfolgversprechendes Modell, das die Vorteile beider Welten miteinander zu verbinden versucht.

Bleibt zu hoffen, dass die bestehenden Hochschulen den Erfolg der Coding Bootcamps nicht als Bedrohung, sondern als Impuls interpretieren, ihre eigenen Studienprogramme zu überarbeiten und auf eine zeitgemäße Didaktik umzustellen.

Und was das oben beschriebene projektbasierte Studium angeht – wenn es so eine Hochschule nicht schon gibt, sollte man dringend eine gründen


In unserem nächsten Blogpost: Warum es Coding Bootcamps deutlich besser gelingt, weibliche Teilnehmer zu gewinnen als klassischen Studiengängen in Deutschland und den USA, und was wir daraus lernen können, um in Zukunft mehr Frauen für digitale Berufe zu begeistern.

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Wenn wir mit anderen über unsere Idee sprechen, die Bildungswelt im Bereich der digitalen Berufe zu verändern, stolpern wir immer wieder über ein Problem: Viel zu oft wird in den Diskussionen nicht zwischen Informatik und Software-Entwicklung unterschieden.

Egal ob in Studien zum digitalen Fachkräftemangel, in entsprechenden Stellenausschreibungen oder bei der Forderung der Politik nach besseren Bildungsprogrammen zur Förderung von digitalen Kompetenzen: In den meisten Fällen fehlt eine präzise Definition der Kompetenzen, um die es geht. Beschreibungen und Begriffe wie IT-Fachmann, Software-Entwickler, Programmierer, Informatiker und Computerwissenschaftler werden dabei oft synonym benutzt und damit in einen Topf geworfen.

Wenn Europa bis zum Jahr 2020 820.000 IT-Fachleute braucht, bedeutet das dann also, dass jetzt jeder anfangen sollte, Informatik zu studieren?

Sicherlich nicht.

Computer science is about taking complex problems and deriving a solution from math, science and computational theory.David Budden in “Degrees Demystified

Informatiker sind in erster Linie Wissenschaftler. Sie erarbeiten sich ein fundiertes Verständnis der theoretischen Grundlagen von Mathematik und Informationswissenschaften, können komplexe Algorithmen entwickeln und die wissenschaftliche Forschung vorantreiben. Sie arbeiten in einer Welt, die aus präzisen Analysen, klar definierten Konzepten und belastbaren Fakten besteht.

Die digitalen Kompetenzen, die in Arbeitsmarktstudien dargestellt, in Stellenanzeigen gesucht und in politischen Statements gefordert werden, sind jedoch meist anders gelagert. Sie beinhalten die Fähigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren und sinnvolle Software-Lösungen für praktische Probleme zu kreieren, und dies mit begrenzten Ressourcen in einer unsicheren und sich dynamisch verändernden Welt.

David Budden beschreibt den Unterschied in seiner Analyse wie folgt:

Where computer science is about taking complex problems and deriving a solution from mathematics, science and computational theory, software engineering is very much focused around designing, developing and documenting beautiful, complete, user-friendly software.

Chuck Connell verwendet die folgende Analogie in seinem Artikel „Software Engineering ≠ Computer Science“:

Imagine a brilliant structural engineer who is the world’s expert on building materials, stress and strain, load distributions, wind shear, earthquake forces, etc. Architects in every country keep this person on their speed-dial for every design and construction project. Would this mythical structural engineer necessarily be good at designing the buildings he or she is analyzing? Not at all. Our structural engineer might be lousy at talking to clients, unable to design spaces that people like to inhabit, dull at imagining solutions to new problems, and boring aesthetically. Structural engineering is useful to physical architects, but is not enough for good design. Successful architecture includes creativity, vision, multi-disciplinary thinking, and humanity.

Gleiches gilt für die Software-Entwicklung.

Warum ist diese Unterscheidung so wichtig?

  1. Weil sie angehenden Studierenden dabei hilft, ein Studium zu wählen, das ihren Fähigkeiten entspricht: Viele haben durchaus das Zeug dazu, erfolgreiche Software-Entwickler zu werden, aber vielleicht nicht die notwendigen Fähigkeiten, um ein mathematisch anspruchsvolles Informatikstudium zu absolvieren. Wir können es uns nicht leisten, auf diese Weise viele junge Talente zu entmutigen, eine Karriere als Software-Entwickler einzuschlagen. Sarah Mei schreibt dazu in ihrem Artikel „Programming is not math“: „Learning to program is more like learning a new language than it is like doing math problems. And the experience of programming today, in industry, is more about language than it is about math.“
  2. Weil sie notwendig ist, damit angehende Studierende sich für ein Studium entscheiden, das zu ihren Erwartungen passt: Wer ein Informatik-Studium mit dem Ziel beginnt, ein guter Software-Entwickler zu werden, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden. Informatik ist eben kein Studium, in dem man lernt zu programmieren, wie David Budden es beschreibt. Die Quote der Studienabbrecher im Informatikbereich (an einigen deutschen Universitäten fast 40%) sind das traurige Ergebnis dieser enttäuschten Erwartungen.
  3. Weil sie Politikern und engagierten Institutionen aufzeigt, welche Ansätze und Instrumente sinnvoll dazu beitragen können, die Ausbildung digitaler Kompetenzen zu verbessern und die Qualifikationslücke in diesem Bereich zu schließen.
  4. Weil sie Arbeitgebern hilft, die richtigen Mitarbeiter finden, um die digitale Transformation erfolgreich mitzugestalten.
  5. Weil wir nur so verstehen, wie ein Studium gestaltet sein muss, das seine Absolventen mit den Fähigkeiten ausstattet, die es ihnen ermöglichen, erfolgreiche Software-Entwickler zu werden und die Anforderungen ihrer zukünftigen Arbeitgeber zu erfüllen.

Software engineering is very much focused around designing, developing and documenting beautiful, complete, user-friendly software.David Budden in “Degrees Demystified

Unser Ziel ist es nicht, die Bedeutung der Informatik als wissenschaftliche Disziplin oder die Rolle ihrer Absolventen als treibende Kraft hinter digitaler Innovation und wissenschaftlichem Fortschritt zu mindern. Aber die überwiegende Mehrheit der 800.000 fehlenden digitalen Fachkräfte benötigt nicht das Kompetenzprofil eines Informatikers. Gesucht werden kreative Problemlöser mit Kommunikations- und sozialer Kompetenz und der Fähigkeit, wissenschaftliche Innovationen in der Praxis anzuwenden.


Während das Bildungssystem in den englischsprachigen Ländern zumindest die Unterscheidung zwischen Informatik (Computer Science) und Software-Entwicklung (Software Engineering) ermöglicht, sprechen wir in Deutschland fast ausschließlich von Informatik, der Wissenschaft der systematischen Verarbeitung von Information. Es gibt Varianten wie „Angewandte Informatik“, „Technische Informatik“ oder „Medieninformatik“, aber der Ausgangspunkt dieser Diskussion ist und bleibt der Bereich Informatik. Da es in der deutschen Bildungslandschaft ein gut etabliertes duales Ausbildungssystem gibt, haben sich die deutschen Universitäten traditionell auf die wissenschaftliche Ausbildung konzentriert und die Vermittlung von praktischem Wissen und anwendungsorientierten Fähigkeiten im Sinne zukünftige Arbeitgeber eher geringschätzig betrachtet. Aus diesem Grund ist der Bedarf für ein anwendungsorientiertes Softwareentwicklungs-Studium als Alternative zur Informatik in Deutschland besonders groß (wie auch dieser Kommentar ausführt).


In unserem nächsten Beitrag werden wir einen Blick auf die Reaktion der Bildungsanbieter auf die derzeitige Nachfrage nach Software-Entwicklern werfen: Die erstaunliche Masse und der scheinbare Erfolg der Coding Bootcamps.